02.06.1915: Bernard and the Mules | Bernard und die Maultiere | Bernard et les mules

Transcription:

June 2nd ‘15

Dear Father

Have you got your promotion yet? I am so keen
about it.  I have had two cards from Eddy, and am delighted
to hear he is getting on so well.  You know out here his
job is considered quite one of the safe ones although so often
under shell fire it is very seldom they get brought down short.
I saw a French ‘plane forced to descend yesterday evening
it was only that his engine was damaged by shrapnel.

We saw a Zeppelin for the first time two nights ago showing
up black, and cigar shape, against the fading glow in the
western sky just after sunset.  Last night an aeroplane
passed right down the column at no very great height &
dropped three bombs which shrieked down, & crashed into some
fields not 100yds off.  I can’t think really how it was that
he missed us.  A couple of search lights sought him out & he
quickly “hummed” off into the distance.  Some good Samaritan
has sent this column a copper, & half a dozen galvanized iron
baths so that our three hundred men can take regular
hot baths a priveledge {sic} everyone appreciates most keenly.
My new bike arrived yesterday and I was jolly glad to get
I soon got bored with sending others out & not touring
round myself!  Your letter of 30th May arrived
today together with the cigarettes from the Flower Show…

…people.  I think it was most awfully nice of them to think of us
don’t you?  We are filled up again now, brigade people, and all, but
still there isn’t sufficient high explosive.  My dog Tigre is a
most useful beast in camp, & guards the tent for us when we
are out.  He fairly barks if strangers come near at night & has
been specially trained to fly at the throats of all Germans.
We had a raid the other night at ten minutes to two o’clock in
the morning.  The enemy attacked my tent, & succeeded in breaking down the
wire entanglement which surrounds it.  We “inmates” opened rapid fire with
our revolvers & drove them off after which I alone charged with a pick axe,…

…& the enemy drew off.  Having bashed a gap in a fence the enemy charged
again with great weight, however I slipped aside, & they {?} both of them
thundered through the gap & were lost in the night.  Since then
the farmer has kept his darned mules shut up at night.  I had
no idea a mule could be so full of sin, & mischief.  At about
midnight last night we were awakened by much firing overhead!
It transpired that two aeroplanes were having a little scrap
amongst themselves.  Much to our disappointment they gradually drifted
away in an Easterly direction so we didn’t see the result.
Photo enclosed is bloody rotten one was taken by a civvie.

Bernard

 Bernard describes a night attack on his tent, which he and his fellows fend off with revolvers and a pick axe – though it transpires that the assailants were not in fact enemy soldiers, but mules which were roaming loose from the adjacent farm.  A much more serious threat is posed by an air attack, in which a plane targets three bombs on the column of which Bernard is a part, missing them by only about 100 yards.

The letter provides further evidence of Bernard’s growing interest in the air war, fuelled no doubt by his brother Eddy getting a commission in the Royal Flying Corps.  He describes a forced landing by a French plane, the sight of a German Zeppelin silhouetted in the sunset, and a night time airborne “scrap” between two pilots.

In between the fighting, Bernard is making the most of what relaxation is available –hot baths are now available, and people from the local flower show back at home have sent him cigarettes, a small demonstration of support from the home front.  He has also acquired a dog – perhaps a stray from the battle-scarred villages and towns nearby – which is proving useful as a guard for his billets.

The photo to which Bernard refers in the letter is sadly no longer enclosed.

 Bernard beschreibt einen nächtlichen Angriff auf sein Zelt, den er und seine Gefährten mit Revolvern und einer Spitzhacke abwehren – obwohl sich herausstellt, dass die Angreifer keineswegs gegnerische Soldaten, sondern vielmehr freilaufende Maultiere vom benachbarten Bauernhof sind. Eine viel ernster zu nehmende Bedrohung geht von einem Luftangriff aus, bei dem ein Flugzeug drei Bomben auf Bernards Kolonne abwirft, die sie nur um etwas weniger als 100m verfehlen.

Der Brief enthält weitere Anzeichen für Bernards wachsendes Interesse am Luftkrieg, das zweifelsohne noch dadurch verstärkt wird, dass sein Bruder Eddy in das britische Fliegerkorps (Royal Flying Corps) aufgenommen wird. Er beschreibt die Notlandung eines französischen Flugzeuges, die Sichtung eines deutschen Zeppelins, der sich gegen den Sonnenuntergang abzeichnet, und die in der Luft ausgetragene nächtliche Auseinandersetzung zweier Piloten.

Zwischen den Kampfhandlungen macht Bernard das Beste aus den ihm zur Verfügung stehenden Entspannungsmöglichkeiten. Seit kurzem besteht die Möglichkeit, heiß zu baden und Bekannte der örtlichen Blumenschau in seiner Heimat haben ihm Zigaretten zukommen lassen, eine kleine unterstützende Geste von der Heimatfront. Außerdem hat er inzwischen einen Hund – vielleicht ein Streuner aus den von Kämpfen zerrütteten Dörfern und Städten der Umgebung – der sich zum Schutz seines Quartiers nützlich erweist.

Das Foto, auf das Bernard im Brief Bezug nimmt, liegt leider nicht mehr bei.

Transkription des Briefes:

2 Juni 1915

Lieber Vater,

bist du schon befördert worden? Ich warte schon sehnlichst darauf. Ich habe zwei Karten von Eddy bekommen und ich freue mich zu hören, dass er so gut zurechtkommt. Du weißt ja, dass seine Arbeit hier als eine der sichersten gilt, denn obwohl sie oft unter Beschuss sind, wird selten einer von ihnen schlimm erwischt.

Gestern Abend sah ich einen französischen Flieger, der gezwungen war zu landen, doch nur weil sein Triebwerk von Granatsplittern beschädigt worden war. Vor zwei Nächten haben wir das erste Mal einen Zeppelin gesehen, der sich kurz nach Sonnenuntergang schwarz und zigarrenförmig gegen das immer schwächer werdende Glühen am westlichen Himmel abzeichnete.

In der vergangenen Nacht flog ein Flugzeug in geringer Höhe genau über unsere Kolonne hinweg und warf drei Bomben ab, die kreischend niedergingen und in weniger als 100 m Entfernung in einem Feld einschlugen. Ich kann mir nicht erklären, wie sie uns verfehlen konnten. Ein paar Suchscheinwerfer haben das Flugzeug ausfindig gemacht, woraufhin es rasch in die Ferne „davonbrummte“. Irgendein guter Samariter hat dieser Kolonne einen Kessel und ein halbes Dutzend galvanisierte Eisenwannen geschickt, sodass unsere 300 Männer regelmäßig ein warmes Bad nehmen können – ein Privileg, das von allen begeistert in Anspruch genommen und sehr geschätzt wird. Mein neues Motorrad kam gestern an und ich war wahrlich froh darüber. Schnell war ich davon gelangweilt gewesen, andere hinauszuschicken und selbst nicht fahren zu können! Dein Brief vom 30. Mai kam heute mit den Zigaretten von den Leuten…

…von der Blumenschau. Ich finde, es war schrecklich nett von ihnen, an uns zu denken, nicht wahr? Wir haben in Vielem Nachschub erhalten, mit Leuten von der Brigade und so, aber an Sprengstoff fehlt es uns immer noch.

Mein Hund Tigre ist im Camp wirklich nützlich und er bewacht unser Zelt, wenn wir draußen sind. Er bellt ordentlich, wenn Fremde sich nachts nähern, und er wurde speziell darauf trainiert, allen Deutschen an die Kehle zu gehen.

Neulich gab es nachts um zehn vor zwei einen Angriff.

Der Feind attackierte mein Zelt und schaffte es, den es umgebenden Drahtverhau niederzureißen. Wir „Insassen“ eröffneten das Schnellfeuer mit unseren Revolvern und wehrten sie ab, bevor ich allein und nur mit einer Spitzhacke bewaffnet den Feind in die Flucht schlagen konnte.

…Nachdem der Feind einen Spalt in einen Zaun geschlagen hatte, folgte ein weiterer schwerer Angriff. Ich jedoch glitt zur Seite und die beiden Angreifer donnerten durch den Spalt und verschwanden in der Nacht. Seitdem sperrt der Bauer seine verflixten Maultiere nachts ein. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie verschlagen und zerstörerisch so ein Maultier sein kann.

Etwa um Mitternacht wurden wir letzte Nacht von heftigem Schusslärm über unseren Köpfen geweckt.

Es stellte sich heraus, dass zwei Flieger eine kleine Auseinandersetzung untereinander hatten. Sehr zu unserer Enttäuschung entfernten sie sich langsam in östliche Richtung, sodass wir den Ausgang nicht mitbekamen.

Das beigefügte Foto wurde von einem Zivilisten aufgenommen und ist ziemlich schlecht.

Bernard

 Bernard décrit une attaque nocturne sur sa tente, à laquelle ses camarades et lui ont
répondu avec des revolvers et un piolet: il s’avère, toutefois, que les assaillants n’étaient pas, en fait, des soldats ennemis mais des mules de la ferme d’à côté en vadrouille. Une menace beaucoup plus sérieuse se présente avec une attaque aérienne, dans laquelle un avion largue trois bombes sur la colonne dont fait partie Bernard, la manquant d’environ 100 mètres seulement.

La lettre offre une nouvelle preuve de l’intérêt croissant de Bernard pour la guerre aérienne, intérêt alimenté, sans doute, par son frère Eddy, qui a obtenu un poste de commandement au sein du Royal Flying Corps. Il décrit l’atterrissage forcé d’un avion français, la vision de la silhouette d’un Zeppelin allemand se profilant dans le ciel, au soleil couchant, et un accrochage nocturne entre deux pilotes.

Entre combats, Bernard profite au mieux de la détente – les bains chauds sont maintenant disponibles – et des cigarettes que les gens de l’exposition florale lui ont envoyées, une petite démonstration de soutien de l’arrière. Il s’est aussi procuré un chien – peut-être un chien errant venant des villes ou des villages proches marqués par les combats –, qui s’avère très utile pour garder son paquetage.

Malheureusement, la photo dont parle Bernard dans la lettre n’est plus jointe.

Transciption :

2 juin 1915

Cher Père,

Avez-vous eu votre promotion? J’y tiens tellement. J’ai reçu deux cartes d’Eddy, et je suis enchanté d’apprendre qu’il réussit si bien. Vous savez, ici, son poste est considéré comme l’un des plus sûrs. Bien qu’il soit très souvent sous le feu des obus, il arrive rarement que ceux-ci soient tirés trop courts. J’ai assisté à l’atterrissage forcé d’un avion français, hier soir. Son moteur avait tout simplement été endommagé par un shrapnel. Nous avons vu, pour la première fois, il y a deux nuits un Zeppelin; il a surgi, tout noir, avec  son profil en forme de cigare, dans la clarté évanescente du ciel, à l’ouest, juste après le coucher du soleil. La nuit dernière un aéroplane est passé juste au-dessus de la colonne, à très faible hauteur, et a lâché trois bombes qui sont tombées, avec un son déchirant, aigu, et se sont écrasées dans les champs à 100 mètres à peine. Je n’arrive vraiment pas à comprendre comment il a pu nous rater. On l’a cherché avec une paire de torches et il a rapidement disparu au loin, en vrombissant. Un  bon Samaritain a envoyé à notre colonne une chaudière en cuivre et une demi-douzaine de baignoires en fer galvanisé, aussi nos trois cents hommes peuvent prendre des bains chauds régulièrement. Un privilège que chacun apprécie intensément. Ma nouvelle moto est arrivée hier et j’étais franchement heureux de l’avoir. J’en avais eu vite marre d’envoyer les autres en expédition et de ne pas pouvoir partir en mission moi-même ! Votre lettre du 30 mai est arrivée aujourd’hui avec les cigarettes des gens …

… de l’Exposition florale. Je pense que c’était vraiment sympa de leur part de penser à nous. N’est-ce pas ? Nous sommes à nouveau au complet, les gens de la Brigade, et tout, mais jusqu’à maintenant les explosifs lourds sont insuffisants. Mon chien Tigre est une bête très utile dans le camp. Il garde la tente pour nous quand on est à l’extérieur. Il aboie bien fort si des étrangers s’approchent la nuit et il a été spécialement entraîné pour sauter à la gorge de tous les Allemands. Nous avons eu un raid l’autre nuit, à 2 heures moins dix du matin. L’ennemi a attaqué ma tente et a réussi à casser la clôture de fil de fer qui l’entoure. Nous, «les détenus », avons ouvert rapidement le feu avec nos revolvers et nous les avons repoussés. Après quoi j’ai chargé tout seul avec un piolet …

… et l’ennemi a dégagé. Après avoir fait un trou dans la clôture, l’ennemi a chargé à nouveau, avec beaucoup de violence. Cependant je suis sorti, et ils ont tous filé comme l’éclair à travers la brèche et se sont perdus dans la nuit. Après ça, le fermier a tenu enfermées ses maudites mules la nuit. Je ne savais pas qu’une mule pouvait être aussi méchante et malveillante. La nuit dernière vers minuit, nous avons été réveillés par un tir plus fourni au-dessus de nos têtes ! Il s’est avéré que deux aéroplanes ont eu un petit accrochage entre eux.  A  notre grande déception, ils se sont éloignés graduellement vers l’est, aussi nous n’avons pas pu voir comment cela s’est terminé.

La photo jointe est vraiment nulle. Elle a été prise par un civil.

Bernard

 

Bernard Rice

Bernard Rice

When war began Bernard Curtis Rice was an apprentice with the Daimler Car Company. On 7 August 1914 he and his brother drove from the factory in Coventry to Avonmouth, where they joined the Army Service Corps (ASC), Britain’s army transport unit.

Bernard served in France and Flanders as a motor cyclist from 15 August 1914.
On 27 August 1915 Bernard joined the RFC as a Second Lieutenant. He became an Observer and later a Pilot, flying on artillery observation or spotting missions with Nos. 2 and 8 Squadron.


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