25.05.1915: Bernard and the Shell Shortage | Bernard und der Munitionsmangel | Bernard et la pénurie d’obus

Transcription:

Tuesday 25th May

Dear Father

I am awfully lazy I know, I should have written much
oftener, and will in future.  I am so glad Vin is getting on
so well, and only hope he will not become foul minded.  Try & get
him to a good school if it can be done.  There is, or rather has been,
a hell of a battle going on up here it started as usual Sunday
and kept on ‘till last night with unabated fury.  The roar of the guns
was {scored out} continuous, & gave most of us headaches.  We were knocked out

at 4.30 A.M. on Monday morning & were on the road all ten of us
continuously until mid-night.  We made nine journeys to rail head
asking for high explosive to break up the trenches, and gas apparatus, without
being able to get a round. All the time the appalling fumes rolled on.  A
chaplain arrived in with a despatch on a motor bike in the morning telling
how he had found the hapless D.R. lying by the roadside helpless, & half
suffocated with the fumes.  The despatch begged for lyddite that we couldn’t
get, and the huge German high explosives continued to crash and send their
way through our lines of communication.  Then they fired poisonous gas
shells at our gunners, and so the casualties mounted up.  This morning
I hear after 48 hours unceasing din & strife neither side has gained any
appreciable advantage.  Can we last out?  Will the Russians chuck in
the sponge?  If they do we are done, we should be just absorbed in
the general flood like a small pool in the sands by the advancing
flood tide.  What difference will the Italians make shurely {sic} they
must ease the strain a bit?  What makes our blood boil out here is to
hear of those scoundrels whining for a paltry penny {?} or so extra per hour
& refusing to work at the shell making, preferring rather to scoff beer &
baccy than keep us supplied with the necessities.  Let them come out here
& hold the trenches against the deadly swift rolling fumes & be told
there is no redress, it can’t be stopped, those silent guns are waiting…

…for the shells, the gunners expectant, & eager, but still there is no
ammunition.  Their comrades, no I shall say countrymen, fellow patriots!
are either haggling over a few paltry sous like any French
peasant woman, or lazing round the pubs. that is why this state
of things is so.  As for Kitchener let no damned civvy dare say
anything against a soldier like him or they will find themselves
the wrong side of the “regulars”.

Isn’t Eddy a lucky dog?  I call it splendid.  Are you doing anything
about your commission?  You haven’t any idea how keen I am on your…

…taking it up “Colonel” Rice.  so push along like a good
lad.  I am about the colour of mahogany & fit as a
fiddle.  Au revoir, soyez bien.

Bernard

 Writing in May 1915, Bernard refers to a number of topical developments in relation to the war.  Italy, notwithstanding a pre-war treaty with Germany and Austria-Hungary, has entered the war on the side of the Allies.  Bernard hopes the opening of a new Italian front will take some of the strain off the British and French armies.

Back on the Western Front where Bernard is serving, however, there are pressing problems caused by a shortage of shells.  Bernard describes the frustration of not being able to deliver the necessary ammunition to the gunners, and the impact this has in a battle situation.  He rails against those at home who are asking for pay rises rather than getting on with manufacturing this much needed ammunition.  At about this time, the shortage of shells was a factor in the fall of the existing government and the creation of a coalition.

Vin – Vincent, Bernard’s younger brother who is still at home.

D.R. – Despatch Rider

Eddy – another brother of Bernard.  This letter implies that he has recently received his commission as an officer.  Eddy served in the Royal Flying Corps in WW1, and went on to hold a senior position in RAF Bomber Command in WW2.

 In seinem Brief von Mai 1915, bezieht sich Bernard auf einige aktuelle Entwicklungen bezüglich des Krieges. Ungeachtet eines vor dem Krieg geschlossenen Vertrages mit Deutschland und Österreich-Ungarn ist Italien auf der Seite der Alliierten in den Krieg eingetreten. Bernard hofft, dass die Eröffnung einer neuen italienischen Front den Druck auf die britischen und französischen Truppen mindern wird.

Drüben an der Westfront aber, an der Bernard seinen Dienst leistet, herrschen aufgrund einer Munitionsknappheit große Schwierigkeiten. Bernard beschreibt das frustrierende Gefühl, die Schützen nicht mit der dringend nötigen Munition versorgen zu können und die Auswirkung, die dieser Umstand in einer Gefechtssituation mit sich bringt. Er schimpft auf die Daheimgebliebenen, die lieber Lohnerhöhungen fordern als sich um die Herstellung der so dringend benötigten Munition zu kümmern. Ungefähr in diesem Zeitraum war die Munitionsknappheit mit ein Grund für die Auflösung der bestehenden Regierung und die darauf folgende Koalitionsbildung.

Vin – Vincent, Bernards jüngerer Bruder, der noch zuhause ist.

Kradmelder – Kraftradmelder

Eddy – ein weiterer Bruder Bernards. Dieser Brief lässt darauf schließen, dass er kürzlich seine Beförderung zum Offizier erhalten hat. Eddy diente im Ersten Weltkrieg im britischen Fliegerkorps (Royal Flying Corps) und hatte während des Zweiten Weltkrieges eine hochrangige Stellung im Bomber Command inne.

Transkription des Briefes:

Dienstag, 25. Mai

Lieber Vater,

ich weiß, ich bin schrecklich faul und hätte viel öfter schreiben sollen. In Zukunft werde ich mich bessern. Ich bin froh, dass es Vin gut geht und hoffe nur, dass er nicht auf die schiefe Bahn gerät. Versucht, ihn auf eine gute Schule zu schicken, wenn das möglich ist. Hier tobt, oder eher tobte, eine fürchterliche Schlacht. Wie üblich begann sie am Sonntag und wütete mit unverminderter Härte bis in die gestrige Nacht hinein. Unablässig brüllten die Geschütze und verursachten den meisten von uns Kopfschmerzen. Am Montag wurden wir morgens um halb fünf rausgetrommelt und waren alle zehn bis Mitternacht ununterbrochen unterwegs. Neun Mal sind wir zur Umschlagstelle gefahren und haben um Sprengstoff zum Durchbrechen der gegnerischen Gräben sowie um Gasgeräte gebeten, doch jedes Mal ohne Erfolg. Die ganze Zeit wälzten sich widerliche Rauchschwaden durch die Luft. Am Morgen kam ein Feldgeistlicher auf einem Motorrad mit einer Meldung herein, der erzählte, er habe den unglücklichen Kradmelder am Straßenrand gefunden, halb vom Rauch erstickt. Die Meldung enthielt die Bitte um Lyddit (Pikrinsäuregranaten), das wir jedoch nicht bekommen konnten. Die riesigen deutschen Sprengbomben hagelten stetig auf uns nieder und durchschnitten unsere Verbindungslinien. Dann beschossen sie unsere Richtschützen mit Giftgasgranaten und die Verluste häuften sich. Heute Morgen hörte ich, dass nach 48 Stunden unablässigem Getöse und Kampf keine Seite einen nennenswerten Vorteil errungen hat. Können wir durchhalten? Werden die Russen das Handtuch werfen? Wenn sie das tun, sind wir geliefert. Wir würden einfach überrollt und aufgesogen werden wie ein kleiner Tümpel am Sandufer von der nahenden Flut. Welche Rolle werden die Italiener spielen? Sie werden doch sicherlich helfen, ein wenig den Druck von uns zu nehmen?

Es treibt uns hier zur Weißglut, von den Gaunern zu hören, die wegen eines schäbigen Pennys oder so mehr pro Stunde jammern, sich weigern, in den Munitionsfabriken zu arbeiten und stattdessen lieber rauchen und Bier in sich hineinschütten als uns mit den lebensnotwendigen Dingen zu versorgen. Lasst sie nur einmal hier raus kommen und die Schützengräben gegen die tödlichen, schnell heranrollenden Gasschwaden halten und erzählt ihnen, es gibt keine Abhilfe, man kann sie nicht aufhalten und diese stummen Geschütze warten nur auf…

…eure Granaten, die Schützen erwartungsvoll und eifrig, aber es gibt keine Munition. Ihre Kameraden, nein – ich sollte sagen Landsleute, Mitpatrioten! – schachern entweder um eine schäbige Handvoll Münzen wie dahergelaufene französische Bauernweiber oder lungern in Kneipen herum. Deshalb ist die Situation so, wie sie ist. Was Kitchener betrifft: Kein verdammter Zivilist soll es wagen, irgendetwas gegen einen Soldaten wie ihn zu sagen, oder er wird sich ganz schnell auf der falschen Seite der Berufssoldaten wiederfinden.

Ist Eddy nicht ein Glückspilz? Ich finde das herrlich. Bemühst du dich um deine Beförderung? Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie ich mich freuen würde…

…dich “Colonel” Rice nennen zu können. Also sei ein guter Junge und treib das voran. Ich bin fast mahagoni-farben und kerngesund.

Au revoir, soyez bien.

Bernard

 Écrivant en mai 1915, Bernard fait allusion à un certain nombre de thèmes d’actualité en relation avec la guerre. L’Italie, malgré un traité d’avant-guerre avec l’Allemagne et l’Autriche-Hongrie, est entrée en guerre du côté des Alliés. Bernard espère que l’ouverture d’un nouveau front italien fera baisser un peu la pression sur les armées françaises et anglaises.

Pour revenir au Front Ouest où Bernard sert, il y a cependant des problèmes urgents dus à la pénurie d’obus. Bernard décrit la frustration de ne pas pouvoir fournir les munitions nécessaires aux artilleurs et l’impact de ce problème sur les combats. Il s’insurge contre ceux qui, au pays, réclament une augmentation de salaire plutôt que de s’occuper de fabriquer ces munitions tellement plus nécessaires. A peu près au même moment, le manque d’obus a été un facteur de la chute du gouvernement en place et la création d’une coalition.

Vin – Vincent, le jeune frère de Bernard, encore à la maison.

D.R. – Estafette

Eddy – un autre frère de Bernard. On comprend, d’après cette lettre, qu’il vient récemment d’obtenir un poste de commandement. Eddy servait dans le Royal Flying Corps pendant la Première Guerre mondiale, et il a fini par occuper un poste à responsabilité au Bomber Command pendant la Seconde Guerre mondiale.

Transciption :

Mardi 25 mai

Cher Père,

Je suis horriblement paresseux, je sais, j’aurais dû écrire plus souvent et je vais le faire à l’avenir. Je suis si heureux que Vin réussisse si bien, et j’espère simplement qu’il ne va pas prendre la grosse tête. Essayez de lui trouver une bonne école si c’est possible. Il y a, ou plutôt, il y a eu, une bataille d’enfer, ici, qui a commencé, comme d’habitude, un dimanche. Elle a continué jusqu’à hier soir avec une violence incessante. Le rugissement des canons était [rayé] permanent et a donné des maux de tête à la plupart d’entre nous. Nous avons été tirés du lit à 4 heures 30 le lundi matin et nous avons marché sans nous arrêter sur la route, tous les dix, jusqu’à minuit. Nous avons effectué neuf voyages jusqu’à la gare de dépôt pour demander des explosifs lourds pour briser les tranchées et des masques à gaz, sans pouvoir rien obtenir. Il y avait tout le temps des fumées épouvantables. Un aumônier est arrivé le matin à moto avec une estafette et nous a raconté qu’il avait trouvé le  pauvre diable, allongé sur le bord de la route, désarmé, et à moitié asphyxié par la fumée. L’estafette a réclamé de la lyddite que nous n’avions pas, tandis que les énormes explosifs lourds allemands continuaient de tomber et de se frayer un chemin à travers nos lignes de communication. Ensuite, ils ont tiré des obus remplis de gaz toxique sur nos artilleurs, et les pertes se sont encore accrues. Ce matin j’ai appris qu’après 48 heures de combat incessant, aucun des deux camps n’avait gagné un avantage appréciable. Allons-nous tenir ? Les Russes vont-ils jeter l’éponge ? S’ils le font, on est cuits. Nous allons être engloutis par le flot général comme une petite mare dans le sable par la marée montante. A quoi servira l’arrivée des Italiens ? Cela va peut-être faire baisser un peu la pression ? Ce qui nous met vraiment en colère, ici, c’est d’apprendre que ces crapules piaillent pour un malheureux penny de plus par heure et refusent de travailler à la fabrication des obus, préférant plutôt s’envoyer une bière ou une cigarette que de continuer à nous approvisionner avec du matériel indispensable. Qu’ils viennent, un peu, ici tenir les tranchées au milieu de ces fumées mortelles et qu’ils s’entendent dire qu’il n’y a pas de recours, que ça ne peut pas s’arrêter, que ces canons silencieux attendent ….

… les obus, que les artilleurs sont dans l’expectative et sont impatients d’en découdre, mais qu’il n’y a pas de munitions. Leurs camarades, non, je ne dirai pas leurs compatriotes, leurs camarades patriotes, passent leur temps à marchander quelques malheureux sous comme n’importe quelle paysanne française, ou à fainéanter dans des pubs. C’est ce qui explique cet état de choses. Quant à Kitchener, ne laissons pas un seul maudit civil oser dire quoi que ce soit sur un soldat de sa trempe ou le regrettera amèrement.

Eddy est vraiment un petit veinard. Je le trouve grandiose. Que fais-tu au sujet de ta nomination ? Tu ne peux pas savoir comme je suis impatient de devenir ton …

… “Colonel” Rice. Aussi, j’avance comme un bon petit gars. Je suis couleur acajou et en pleine forme. Au revoir, soyez bien.

Bernard

 

Bernard Rice

Bernard Rice

When war began Bernard Curtis Rice was an apprentice with the Daimler Car Company. On 7 August 1914 he and his brother drove from the factory in Coventry to Avonmouth, where they joined the Army Service Corps (ASC), Britain’s army transport unit.

Bernard served in France and Flanders as a motor cyclist from 15 August 1914.
On 27 August 1915 Bernard joined the RFC as a Second Lieutenant. He became an Observer and later a Pilot, flying on artillery observation or spotting missions with Nos. 2 and 8 Squadron.


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